Innovation in der Gastronomie: Wie Betriebe wettbewerbsfähig bleiben

(Dominik Mair) Steigende Kosten, fehlende Fachkräfte, verändertes Gästeverhalten: Die Gastronomie muss sich neu erfinden. Digitalisierung, Kooperationen und neue Erlebnisformate zeigen Wege, wettbewerbsfähig zu bleiben.

Warum die Gastronomie unter Druck steht

Die Gastronomie steht unter Druck. Fachkräfte- und Nachwuchsmangel sowie steigende Personal- und Warenkosten stehen einer sinkenden Kaufkraft gegenüber.

Daraus resultiert bereits seit Jahren ein immer stärker werdendes Spannungsfeld zwischen Renditen und notwendigen Investitionen. Nachwehen der Corona-Pandemie, der demografische Wandel sowie ein verändertes Konsumverhalten verschärfen die Situation. Gutes Essen allein reicht nicht mehr aus, um Gäste in ein Restaurant zu locken.

Digitalisierung in der Gastronomie: Kosten senken, Abläufe vereinfachen

Innovation ist der nötige Treiber, um am Markt zu bestehen und im Kopf des Gastes zu bleiben. Zusätzlich ist sie unerlässlich, um Kosten zu senken, Qualität zu sichern und wettbewerbsfähig zu bleiben. Eine wichtige Stellschraube dabei ist die Digitalisierung in allen gastronomischen Bereichen.

Digitale Lösungen entlasten den gastronomischen Alltag: Reservierungstools nehmen Buchungen automatisch entgegen, KI-gestütztes Tischmanagement und intelligente Reportings sorgen für eine optimale Auslastung, und eine prognosebasierte Personalplanung reduziert Leerläufe. Warenwirtschaftssysteme automatisieren zusätzlich Lagerhaltung und Bestellprozesse und sichern so einen reibungslosen Ablauf.

So kann der Gastronom von heute Kosten optimieren und sich gleichzeitig mehr auf seine Gäste konzentrieren.

Um den Fachkräftemangel zu kompensieren, helfen automatisierte Kochprogramme, die die Zubereitung vereinfachen, E-Learning-Plattformen, die Onboarding-Prozesse standardisieren, sowie ein cloudbasiertes Hygienemanagement.

Digitalisierung kann zudem Bestellprozesse und weitere Arbeitsabläufe im Restaurant vereinfachen. Praktikable Beispiele sind Self-Ordering-Bereiche via QR-Code oder Monitoring-Systeme in der Küche. Allerdings ist die Digitalisierung kein Allheilmittel.

Partnerschaftsmodelle: gemeinsam einkaufen, Wissen teilen

Eine weitere Entwicklung sind Partnerschaftsmodelle, um beispielsweise den Einkauf zu bündeln oder Wissenstransfer zu gewährleisten. So kann günstiger eingekauft und die Warenverfügbarkeit erhöht werden. Durch den Wissenstransfer bleiben aufwendige Recherchen oder unnötiges Lehrgeld erspart.

Umsatz steigern unter der Woche: Events, Pop-ups und Kurse

Richtet man den Blick auf die Umsatzmaximierung, stellt man fest, dass in vielen gastronomischen Betrieben besonders unter der Woche noch Potenzial liegt. Während die Umsätze an den Wochenenden meist gut sind, brechen sie unter der Woche ein.

Hier kann es helfen, an umsatzschwachen Tagen „Aktionen“ abseits von Rabatten einzuführen. So sorgt man für Abwechslung und schafft Erlebnisse. Besonders junges Publikum fühlt sich von Formaten wie einem Pubquiz angesprochen. Aktuell gibt es in der Systemgastronomie Modelle, die Spiele- oder Bingoabende ausprobieren. Auch außerhalb der regulären Öffnungszeiten gibt es Möglichkeiten, Umsatz zu generieren. Im Trend liegen hier Pop-up-Stores – oftmals mit wenig Aufwand: Marketing und Vorverkauf liegen beim Veranstalter, der Gastronom verkauft und wird finanziell beteiligt.

Weitere Möglichkeiten sind beispielsweise Firmen-Incentives, Cocktail- und Kochkurse oder Tastings. Mit etwas Mehraufwand lässt sich so für den Gast ein besonderes Erlebnis schaffen.

Fazit: Die Mischung macht’s

Anzumerken bleibt, dass eine einzelne Maßnahme nicht ausreicht, um wettbewerbsfähig zu sein. Steigende Kosten und unsere aktuelle Gästegeneration stellen uns vor neue Herausforderungen. Die Kunst liegt in der Kombination mehrerer Maßnahmen, die immer wieder neu bewertet werden müssen.

Innovative Ideen sorgen dafür, im Gespräch zu bleiben und gleichzeitig ungenutztes Potenzial auszuschöpfen.

Abschließend bleibt zu sagen: Innovative Ideen bringen den Gast – der gute Gastgeber sorgt dafür, dass er bleibt!

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